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Jan Delay & Disko No 1
Jay Tamkin & Krissy Mathews
Strassenjungs
Burg Herzberg Festival
Dienstag, 16. März 2010
Messe Giessen, Hessenhalle
Einlaß: 19.00 Uhr
Beginn: 20.00 Uhr
Vvk: 31,80 Euro inkl. Vvk-Geb.
Abendkasse: 34,-- Euro
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Jan Delay & Disko No 1
Gut zehn Jahre sind mittlerweile vergangen, seit es an der Station St. Pauli Landungsbrücken
ordentlich Bambule gab. Zehn Jahre, in denen der Zug meist in gesundem Transrapidtempo
Richtung Zukunft durch die Nacht rollte und dabei mehr Leute mitnahm, als
man jemals zu träumen gewagt hatte. Im Sommer 2009 ist nun der nächste Halt erreicht.
Willkommen am Bahnhof Soul.
Für alle zu spät Geborenen, Taubblinden und Peter-Maffay-Fans noch einmal kurz im
Zeitraffer: Geboren 1976 in Hamburg-Eppendorf, gründet Jan-Philipp Eißfeldt 1991 mit
unter anderem Denyo, DJ Mad und Pladin Mardin die Absoluten Beginner. Auf dem
traditionellen Demo-Weg landet man bei Buback Tonträger, dem Label des ehemaligen
Goldene-Zitronen-Drummers Ale Dumbsky, und veröffentlicht dort Schallplatten voll ungestümer
Sozialkritik und juvenil überbordender Kreativität. 1998 erscheint schließlich in der
heute klassischen Dreierbesetzung und unter klarer Rückbesinnung auf das 2-Turntables-
2-Mics-ein-Flash-Prinzip das Album „Bambule“, das nicht nur ein sattes Stück Deutschrap-
Folklore (Eimsbush Bassment, Mongo Clikke) in ein unbedingt zwingendes Gerüst aus
Beats und Rhymes kleidet, sondern auch einen Boom epochalen Zuschnitts lostritt. Es ist
der Summer of ’99, Hamburg der Mittelpunkt der Welt, und die Beginner die ersten Styler
unter Gleichen auf dem trojanischen Ritt durch
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Kartoffelvivakirmestechnoland.
In der Folge wird Eißfeldt zu Jan Delay (weitere Aliase bitte ergooglen und hier einfügen,
alle Einsendungen mit zwischen 33 1/3 und 45 gültigen Nennungen werden mit
einem Aufklebetattoo von Curtis Icefield, einem Handylogo von Boba Fett und dem
halblinken, unteren Teil des DJ Flashdance-Starschnitts belohnt) und versöhnt eine ganze
Generation erst mit Nena und dann mit Reggae, um schließlich in den Mercedes Dance
SLK-2006 zu steigen, zwischendurch mit den Beginnern ein waschechtes Nummer-Eins-
Album abzuliefern, und überhaupt so ein, zwei Takte beizutragen zur allgemeinen Entkrampfung
im Spannungsfeld zwischen Soul, Funk, Fernsehen und den ewigen Stlprflln
des germanischen Konsonantenwaldes. Mit seinem dritten Soloalbum „WIR KINDER VOM
BAHNHOF SOUL“ zielt Jan Delay nun noch eine Etage höher, das erklärte Ziel heißt „Wetten,
dass...?“ aufwärts. Denn there’s no business like business. Und there’s sowieso no
disco like Disko Nr. 1.
Eineinhalb Jahre lang hat sich Jan mit seiner Band und seinem Mit-Produzenten Kaspar
„Tropf“ Wiens (Dynamite Deluxe, La Boom) im Boogie Park zu Ottensen, im Vox Klangstudio
und im hauseigenen Verschlag eingesperrt, um in zahllosen spontanen Studioraves
jeden einzelnen Takt zum veritablen Spektakel auszufuchsen. Mit Johnny Guitar
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Watson
und Chic im iPod. Und mit der, in knapp 150 gemeinsamen Auftritten gewachsenen
Gewissheit, hier demnächst ein Monster von der Leine zu lassen, das mindestens zwei
Spielzeiten lang alle Fußballstadien von Vechta bis Eimsbüttel verwüsten wird.
War „Mercedes Dance“ noch „ein neuer Jan, ein neuer Anfang“, so ist „Wir Kinder vom
Bahnhof Soul“ die konsequente Fortführung, Verdichtung und ultimative Ausflashung einer
über drei Jahre gereiften musikalischen Vision. Natürlich ist da noch immer der PE- und
Just Blaze-geschulte Beatschmied. Natürlich ist da noch immer der Vollblutemcee, dem
zu jedem Thema auf Anhieb drei blöde Sprüche und dreihundert noch bessere Reime
einfallen. Aber vor allem ist da ein Musikliebhaber, der seit frühester Kindheit mit einer
heilsamen Vollfettdiät aus Prince, Bob Marley, Udo, Michael Jackson, Nina, Nile Rogers,
Dexy’s Midnight Runners und Frank Zappa gefüttert wurde, und diesen Vibe der späteren
Siebziger und frühen Achtziger nun mit einer Horde von Könnern und Kennern passgenau
zu rekreieren sucht. Der jedes Detail vom Maßanzug bis zum Pressepromostörgelaber mit
manischer Akribie verfolgt und dabei wundervolle Lieder schreibt, die zeitgemäß sind
und doch zeitlos. Und der bei all dem die zwei Weisen aus dem Morgengrauen an seiner
Seite weiß, die auch im Sommer 2009 noch den Shit tight machen: Tropf am Co-Flash,
Sound und Mischer. Und ab der Mixphase Matthias Arfmann als Co-Produzent an der Erfahrung
aus unzähligen Studio-Sessions mit den Kastrierten Philosophen, Patrice und den
Beginnern. Plus Eiz am Stil. Plus Disko No. 1.
Entstand „MERCEDES DANCE“ größtenteils noch nach den Spielregeln von HipHop, so
war vor allem die Rhythmusgruppe dieser hanseatischen Antwort auf Ocean’s 11 diesmal
bereits an der allerersten Demorunde entscheidend beteiligt – Jost „J-Fresh“ Nickel
an den Sticks, Jonas „Love Jones“ Landerschier an den Tasten, Loomis „Loomie Loo“
Green an den sechs und Ali „Big Al“ Busse an vier Saiten. Dazu wurde in bester HipHop-
Tradition ins eigene („Large“), gerne aber auch in alle anderen Hörner gestoßen, die
die Johnny Blazers so auftreiben konnten. So blasen Lieven Las Vegas, Käptn Kacza und
Johnny Johnson einmal mehr zur Jagd auf hüftsteife Babylonier, für die eine Trompete
von Stefan Mross gespielt wird und ein Saxophon maximal von Joshua Redman. Einen
sauberen Air Max machten schließlich die Delaydies Esther Cowens, Ngoné Thiam und
Myra Maud draus, denn Background-Vocals sind bekanntlich immer noch das Ahhh und
Uuuh eines jeden anständigen Welthits.
Die Themenpalette ist dabei nach wie vor die ganz große, reicht von den Kleinigkeiten
des Alltags (die Liebe, die Moral, das Leben) über all jene Mechanismen, die das Universum
in ihrem Innersten zusammenhalten (die nächste Clubrunde Cuba Libre, Fremdscham
über Geschmacksverirrte mit Ambitionen in der Unterhaltungsbranche, gute
Musik). Egal ob der Delay Lama auf „Kommando Bauchladen“ die globale Schreckensherrschaft
von Starkie und Pimbucks geißelt oder mit „Hoffnung“ ein Liebeslied von
kristalliner Schönheit in die Booth haucht. Egal ob er auf „Oh Jonny“ das gewissenlose
Arschloch um die Ecke einem kleinen Realitätscheck unterzieht, oder mit „Abschussball“
den ultimativen Soundtrack zum ganz normalen Verhalten geschlechtsreifer Großstädter
zur Paarungszeit morgens um halb sieben auf der Tanzfläche liefert. Egal ob er am Meckern,
am Huldigen, am Sezieren, am sich Verzehren oder einfach nur am Raven ist: Er tut
es mit seiner ureigenen Sensibilität für großes Kino, dem weltfettesten Grinsen im Gesicht,
und dieser Fähigkeit, die augenscheinlich schroffsten Widersprüche in vollendeter Harmonie
zu vereinen wie Cap und Capper auf Afterhour. Schwarzer Humor und schwarze
Mucke eben, schwarzer Block und schwarze Zahlen.
Nächste Station: Bahnhof Soul. Und da gibt’s dann... den derbsten Rave der Welt.
Für immer und uns alle.
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